Mensakritik - Ein Einstieg

Geschrieben von Leander Heller am Samstag 7 November, 2020

Nach einem (mehr oder weniger) anstrengenden Morgen müssen täglich Hunderte Mägen gefüllt werden. All jene, die nicht auswärts essen oder bei den Mikrowellen anstehen wollen, bleibt an der Kanti nur die Mensa. Macht die Mensa ihren Job gut, wie ist das Essen, die Menüs, das Buffet etc? Eine Schülerperspektive.

Von Leander Heller

Die Mensa in der Kanti - für einige ein leidiges Thema, doch finde ich, dass sie insgesamt doch eine gute Option fürs Hungerstillen ist.
Obwohl die Mensa schon immer die Mensa war und noch immer die Mensa ist, ist die Mensa eben nicht einfach die Mensa. In den letzten Jahren hat sie sich stetig weiterentwickelt und verändert, durch Personalwechsel und natürlich durch den Umbau, welcher die Mensa endlich von ihrem 70er-Look befreite und weshalb jetzt Schlangen bis in die Gänge der Vergangenheit angehören. Auch wenn ich noch nie so langsame Wasserspender gesehen habe (ich trinke jetzt nur noch Chrüseliwasser, so viel Zeit habe ich nicht), ist die Mensa doch zu einem sehr viel angenehmeren Ort geworden.
Doch das wichtigste ist eigentlich das Essen. Als Vegetarier ist zwar die Auswahl nie wirklich da, aber was aus der High-Tech-Küche kommt, schmeckt, egal ob das gute alte Pasta-Festival, die asiatisch angehauchte (vielleicht sogar vegane) Bowl oder das Randenrisotto (huch, das ist ja rot) ist.
Manchmal gibt es sogar ein vegetarierfähiges Live-Menu (zum Beispiel Falafel im Pitabrot), wofür man dann plötzlich zwei Franken mehr bezahlt ... warum eigentlich? Was ist daran aufwendiger?
Und wenn wir schon dabei sind: Nicht alles ist besser geworden, gerade an der Preisfront. So wurde das 7.50 CHF Menu einfach abgeschafft (ich trauere heute noch), zusammen mit dem 9.50 CHF Menu, und alles kostet nun 8.50 CHF (ausser das besagte Live-Menu). Ist das realistisch? Spaghetti mit Tomatensauce kostet gleich viel wie ein Stück Fleisch? Na ja. Andererseits sind 8.50 immer noch wenig, wenn auch nicht ganz so wenig.
Aber dann ist da noch das Buffet. Eigentlich sieht es immer gut aus, doch ist es für mich keine Option, denn für einen Besuch am Buffet bezahle ich ungefähr 15 CHF, wenn ich nicht hungrig aus der Mensa laufen möchte - und nachschöpfen kann man auch nicht.
Als Veganer wird man leider (abgesehen von Salat am Buffet und einer Bowl ab und an) nicht jeden Tag fündig und muss häufig (oder sogar immer) auf die Mikrowellen zurückgreifen - ich vermute aber, dass drei Menus am Tag keine Option wären.
Am Ende bleibe ich also immer beim Vegetariermenu, und bin mit diesem zufrieden (und satt, weil da kann man ja bekannterweise noch einmal holen). Trotz allem freue ich mich jeden Tag auf den Besuch in der Mensa, denn gutes Essen bleibt gutes Essen, und auch in Zeiten der Mensa-Überfüllung durch Corona lässt sich meistens noch ein Tisch finden, wo man mit seinen Mitschülern ein Mittagessen geniessen kann. En guete!

Kolumne: Mensakritik